Bio -Honig

Das EU – Biosiegel

Ist nicht jeder Honig Bio?

Damit auf dem Honigglas „Bio-Honig“ stehen darf, muss die Imkerei zertifiziert sein. Dazu schließt der Betrieb einen Kontrollvertrag mit einer Bio-Kontrollstelle, dann beginnt die einjährige Umstellungszeit. Während dieses Jahres muss der Imker bereits nach den Bio-Richtlinien produzieren, darf seine Produkte jedoch noch nicht als bio, sondern weiterhin konventionell, vermarkten.

Einige Imker sind der Meinung, ihr Honig wäre auch Bio, schließlich fliegen ihre Bienen auf die selben Pflanzen und sie schneiden auch keine Flügel der Königin. Wenn man dann genauer hinsieht, dann entnehmen sie meist doch fast den kompletten Honig und füttern mit Zuckerwasser- oder Sirup – und hier sind wir beim Punkt – Bio-Zucker kostet fast das 4-fache von konventionell angebotenen Zucker. Geiz ist geil und das Produkt dann eben doch nicht Bio. Wer ernsthaft den Bienen helfen will, kauft Bio-Honig und verwendet als Imker Bio-Zucker. Denn jeder Hektar der hier ökologisch bewirtschaftet wird und auf dem keine Pestizide ausgebracht werden, ist ein guter Hektar für unsere Bienen und andere Insekten.

Das Wabenwerk aus Wachs – Skelett des Biens

Bei den Honigbienen spricht man vom Volk (Bien) als Superorganismus. Nicht die einzelne Biene, vielmehr der “Bienenstaat” bestimmt und steuert. Das Wabenwerk aus Bienenwachs ist das Skelett des Biens. Im Bienenwachs können sich Schadstoffe anreichern und an den Nachwuchs und auch den Honig weitergegeben werden.

Der Weg zum Bio-Honig schreibt einen zwingenden Komplettwachstausch vor. Innerhalb des Umstellungsjahres muss  das gesamte Bienenwachs im Stock einmal ausgetauscht werden, sodass sämtliche Rückstände im Wachs ausgeschlossen sind. Von der Kontrollstelle wird eine Wachsprobe entnommen. Erst wenn diese Wachsuntersuchung keinerlei Rückstände aufweist, darf der Honig als Bio-Honig vermarktet werden. Über das Jahr verteilt werden so nach und nach die alten Waben entnommen und durch leere Rähmchen oder Bio-Mittelwände ersetzt, die die Bienen dann zu neuen Waben ausbauen. Hier ist nun Rückstandsfreiheit gewährleistet. Die alten konventionellen Waben werden eingeschmolzen. Das gewonnene Wachs kann entweder an andere konventionelle Imker verkauft oder zu Bienenwachskerzen umgearbeitet werden.
Von der Kontrollstelle wird eine Wachsprobe entnommen. Erst wenn diese Wachsuntersuchung keinerlei Rückstände aufweist, darf der Honig als Bio-Honig vermarktet werden

Die wesentlichen Richtlinien sind:

  • Haltung der Bienen ausschließlich in Bienenkästen, die aus natürlichen Rohstoffen wie Holz, Lehm und Stroh bestehen. Anstriche nur von außen und mit schadstofffreien Farben und ohne Pestizide.
  • Das Beschneiden der Flügel der Königin ist verboten.
  • Wahl geeigneter Standorte:  Im Umkreis von drei Kilometern besteht die Bienenweide im Wesentlichen aus Pflanzen des ökologischen Anbaus und/oder Wildpflanzen. Schadstoff ausstoßende Industrien,
    Autobahnen oder Müllverbrennungsanlagen im Umkreis sind verboten.
  • Nur Honigüberschuss wird entnommen: Winterfutter bleibt in Form von eigenem Honig und Pollen in den Bienenstöcken. Muss zugefüttert werden, darf nur Bio-zertifizierter Zucker verwendet werden.
  • Honigverarbeitung ohne Überschreitung der Bienenstocktemperatur (max. 40°C), d.h. keine Wärmeschädigung des Honigs.
  • Chemische Mittel und Medikamente zum Fernhalten der Bienen beim Ernten des Honigs bzw. gegen Parasiten und Krankheiten sind verboten.
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