Eine neue Studie, die im Fachjournal “Scientific Reports” erschienen ist, zeigt das enorme Potential durch eine verbesserte Kohlenstoffspeicherung der landwirtschaftlichen Böden den Klimawandel abzumildern.

Experten warnen eindringlich davor, wenn die Böden im nächsten Jahrhundert genauso bewirtschaftet und Bodenstrukturen verändert werden wie bisher, werden die Böden nur ein begrenztes Potenzial haben, den Auswirkungen des Klimawandels begegnen zu können. Durch die Zersiedelung der Landschaft und die Umwandlung von Weideland und Wäldern, könnten landwirtschaftliche Böden von einer Kohlenstoffsenke zu einer bedeutenden Quelle von Kohlendioxid werden.

Wissenschaftler der französischen Agrarforschungsinstitute INRAUniversität, der Universität von Exeter, der französischen Agrarforschungsinstitute INRA und CERFACS sowie der belgischen Universität Leuven warnen eindringlich davor, dass die Landnutzungsänderungen in Verbindung mit dem Klimawandel zu einem erheblichen Verlust des organischen Bodenkohlenstoffs führen werden, wenn die Bewirtschaftung so weiter läuft wie bisher. Das könnte auch Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit wichtiger Ökosystemdienstleistungen der Böden haben.

Gute Böden sind nicht nur die Grundlage für unsere Ernährungssicherheit, sie leisten auch einen Beitrag zur Grundwasserqualität, zum Schutz vor Überschwemmungen und vor Erosion. „Eine Verringerung des vom Menschen verursachten CO2-Emissionen ist entscheidend, um einen weiteren Verlust des Bodenkohlenstoffs zu verhindern“, betonte Hauptautor Dr. Jeroen Meersmans von der Universität von Exeter.

Am Beispiel Frankreich zeigt sich, bis zum Jahr 2100 könnten 25 Prozent des Bodenkohlenstoffs in die Atmosphäre abgegeben werden. Laut Meersmann muss die Landnutzung so verändert werden, dass Kohlenstoff gespeichert und nicht weiter freigesetzt wird. Ein möglicher Weg um Böden Als Kohlenstoffsenke zu nutzen wäre es, Ackerland wieder zu Weiden und Wäldern umzuwandeln. Angesichts der Ausdehnung von Städten und der steigenden Produktion von Lebensmitteln halten die Forscher diesen Weg für unrealistisch.

Den Schlüssel zur verbesserten Kohlenstoffspeicherung sehen die Forscher daher eher in den landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Politik könne verhindern, dass Böden eine CO2-Quelle werden, indem sie Landnutzungs- und Bewirtschaftungstechniken fördert und durchsetzt, die den Kohlenstoff im Boden halten. Laut Studie sind zum Beispiel Gründüngung, eine reduzierte Bodenbearbeitung, kluge Bewässerungstechniken, Agroforstsysteme und Fruchtfolgen auf Hof- und Landschaftsebene. „Entschlossene und gezielte Veränderungen in der Landnutzung und landwirtschaftlichen Praxis wären nötig, um die Eindämmung des Klimawandels zu maximieren”, betont Mitautor Dr. Dominique Arrouays vom Nationalen Institut für Agrarforschung in Frankreich. „Daher sollten Anstrengungen zur Verbesserung der Kohlenstoffspeicherung, wie von Frankreich bei der Klimakonferenz COP21 vorgeschlagen wurde, unverzüglich gefördert werden.”

Zusammenfassung und Übersetzung der Studie und einer Veröffentlichung der Universität Exeter.

Quellen:
http://www.nature.com/articles/srep35798
http://www.exeter.ac.uk/news/featurednews/title_550882_en.html

 

 

 

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