Artenvielfalt & Biodiversität

Was hat es mit diesen beiden Begriffen auf sich?

Die Artenvielfalt ist ein Teilaspekt der biologischen Vielfalt, der sogenannten Biodiversität. Unter Biodiversität versteht man außerdem die Vielfalt der Landschaftsregionen und der Ökosysteme, sowie die genetische Vielfalt zwischen und innerhalb von Arten.  Umgangssprachlich versteht man unter Artenvielfalt meistens die Gesamtzahl der Arten die im jeweiligen Gebiet vorkommen. Doch gerade auch die relative Zahl ist von Bedeutung, wenn in einer Region eine Art besonders häufig vorkommt, andere Arten jedoch in ihrer Population deutlich geringer, so ist die Artenvielfalt in Regionen, in denen alle Arten von der Häufigkeit gleichmäßig auftreten, deutlich höher. Demnach ist die Artenvielfalt eine statistische Größe, welche die relative Häufigkeit von Arten berücksichtigt, also die Wahrscheinlichkeit des Antreffens einer bestimmten Art.

Die biologische Vielfalt wie wir sie kennen, hat sich über Million von Jahren entwickelt, so hat sich ein artenreiches Ökosystem soviel in den Meeren wie auch auf dem Festland gebildet. Sterben Arten aus, kommt es zu Verschiebungen mit den unterschiedlichsten Auswirkungen im jeweiligen Ökosystem. Eine Vorhersage mit Auswirkungen auf die jeweilige Art begrenzt ist nahezu unmöglich, so ist es nicht möglich vorherzusagen ob es große oder kleine Auswirkungen hat wenn eine bestimmte Art verschwindet. Eine intakte und lebenswerte Umwelt ist der Garant für den Erhalt unserer Artenvielfalt.

Biotopverbund entscheidend für den Erhalt der Artenvielfalt?

Der Nutzungsdruck auf die Landschaft durch die Intensivierung der der Land- und Forstwirtschaft aber auch den Straßen- und Siedlungsbau führt zu einem Verlust von Biotopen. Biotope werden immer kleiner und sind äußeren Umwelteinflüssen ausgesetzt, so dass diese schon aufgrund ihrer geringen Größe nicht mehr überlebensfähig sind. Zudem stellt Isolation der Biotope eine große Hürde zum Erhalt der Artenvielfalt da. Dies führt zu einer genetischen Verarmung der Populationen und gefährdet ihr dauerhaftes Überleben. In diesen kleinen isolierten Biotopen können meist nur 30-40 Prozent der Arten erhalten werden. Verbundsysteme stellen durch Tierwanderung den genetischen Austausch sicher. Auch die Wanderung von Lebewesen welche auf unterschiedliche ökologische Wechselbeziehungen der einzelnen Biotope angewiesen sind, haben so wieder eine Chance. Der Biotopverbund spielt angesichts dessen eine entscheidende Rolle beim Erhalt der Artenvielfalt in Bezug auf Flora und Fauna.

Welche Bedeutung hat die Artenvielfalt für die Menschheit?

In der Vergangenheit war es den damaligen Zivilisationen und Kulturen noch stärker bewusst, wie wichtig für sie und ihr Überleben die Natur und ihre Artenvielfalt ist. Die unterschiedlichsten Arten von Tieren und Pflanzen waren zusammen mit Böden, Wasser und Gesteinen die Grundlage für Materialen, aus denen Kleidung, Hütten, Nahrungsmittel aber auch Waffen gefertigt oder gewonnen wurden. Die Vielzahl der Arten ermöglichte oftmals die differenzierten Techniken und deren Weiterentwicklungen.

Am Beispiel der Nahrung wird die Vielfalt der weltweiten durch den Menschen genutzten Arten deutlich. So entstanden auf dem ganzen Kontinent unterschiedliche Ernährungsweisen, je nach regionaler Gegebenheit. Allein zu Ernährungszwecken hat der Mensch oder nutzt sie zum Teil immer noch, Rund 7.000 Pflanzenarten genutzt. Als Heilkräuter dienten oder dienen um die 50.000 unterschiedliche Arten.

Heute dienen viele Tier- und Pflanzenarten als Vorlagen für neuartige Konstruktionen und Techniken. Als Beispiel hat man die Schuppenhaut von Haien als Anregung für Energiesparende Flug- und Schwimmhäute genommen. Für Klettverschlüsse hat man sich an der Großen Klette (Bild rechts) orientiert.

Der Mensch als Naturkatastrophe?

Ein Artensterben hat es immer schon gegeben – dies ist richtig. Arten verschwinden, Neue entstehen. Allerdings ist das Ausmaß neu – Menschengemacht. So verschwinden derzeit täglich etwa 160 Arten – für immer. Der Mensch dezimiert genau die Arten, welche er zur Rohstoff- und Nahrungsversorgung benötigt oder deren Lebensräume er in Anspruch nimmt. Dies führte und führt zu einem selektiven Massensterben, dem vorallem Großtiere zum Opfer gefallen sind. Durch Menschen verursachte Umweltbelastungen und der enorme Flächenverbrauch fördert das Artensterben in großem Maße. Durch die Globalisierung und die damit verbundene weltweite Verschleppung von Tieren und Pflanzen, welche massive Auswirkungen auf die Faunen und Floren haben ist ein weiterer Sonderfall den es in der Geschichte der Erde so noch nie gegeben hat. Der Artenverlust durch Menschen nimmt Ausmaße an, die qualitativ anders zu bewerten sind als in früheren Erdperioden.

Was muss für den Artenschutz getan werden?

Artenvielfalt kann nicht durch Einzelmaßnahmen erhalten werden. Eine nachhaltige Etablierung des Schutzgedankens der Artenvielfalt muss ein Komplex sein aus juristischen, organisatorischen und politischen Instrumenten und benötigt ebenso die breite Einsicht der Bevölkerung für den Wert der Artenvielfalt. Der Wert der Biodiversität lässt sich nur schwer berechnen, denn die biologische Vielfalt stellt stehts nur einen Teilaspekt der jeweiligen Ökosysteme dar. Die Ökosysteme als ganzes stellen fruchtbare Böden, saubere Luft, sauberes Wasser und Nahrung zur Verfügung. Selbst wenn man den finanziellen Wert der biologischen Vielfalt nicht errechnen kann, so sei zu Bedenken, dass der Wert der Grundressource biologische Vielfalt niemals durch Geldwerte ersetzt werden kann.

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