Verkehrswende geht anders

Während die Politik des vergangen Jahrtausends weiterhin an Instrumenten wie der Semmeltaste festhält, welche PKW´s in die Innenstadt locken und preisgünstiges Parken als Maxime innerstädtischer Verkehrspolitik ausgibt, erhöhen sich erneut die Preise für den Öffentlichen Personennahverkehr. Dabei sind sich alle einig: Um die Luft in unseren Städten sauber zu bekommen, um den drohenden Verkehrskollaps zu verhindern und um den Klimawandel etwas entgegensetzen zu können, braucht es eine andere Art der Mobilität der Menschen. In ihrer Handlung spiegelt sich das nicht wieder, wenn man einseitig an der Preisschraube des ÖPNV dreht, und zwar nach oben.

Preissteigerung mit Attraktivitätsverlust für den ÖPNV

Anstatt den ÖPNV gegenüber dem motorisierten Individualverkehr attraktiver zu machen, ist diese erneute einseitige Preissteigerung Gift für die Mobilitätswende, die wir gerade in den großen Ballungsräumen wie Augsburg dringend benötigten. Niemand versteht, weshalb man für eine umweltfreundliche Mobilität tief in die Tasche greifen muss und gleichzeitig kostenlose Parkmöglichkeiten anbietet und diese unangetastet lässt. Um fast 79 Prozent haben sich Tickets für Busse und Bahnen seit dem Jahr 2000 verteuert. Im selben Zeitraum sind die Kosten für Kauf und Unterhalt eines Autos nur um rund 36 Prozent gestiegen.

Politische Entscheidungen fordern konkrete politische Maßnahmen

Deswegen fordere ich die Abschaffung der Semmeltaste und das die Preiserhöhungen für Parkflächen an die Erhöhungen im ÖPNV geknüpft werden, damit die preisliche Attraktivtätsscheere nicht noch weiter auseinander geht. Die Einnahmen aus den Parkflächen können dann die Preissteigerungen im ÖPNV abfedern. Das sind kleine Möglichkeiten die auf kommunaler Ebene auch ohne große Investitionen möglich ist. So lenkt Politik die Mobilität in die Zukunft.

Hintergrund:  Der AVV hebt die Preise in der Region zum Jahreswechsel im Schnitt um 3,9 Prozent an. Die Streifenkarte wird künftig 11,30 statt 10,80 Euro kosten, das Abo für eine Zone kostet 37 statt 35 Euro.

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