Bau einer Unterkunft für Flüchtlinge auf der Flugplatzheide auf Eis gelegt 

Für uns Augsburgerinnen und Augsburger bietet sich nun die einmalige Chance, die Natur der Flugplatzheide langfristig zu erhalten. Die Staatsregierung hat als Besitzerin dieser Fläche ihr Vorhaben, dort bis zu 300 Geflüchtete unterzubringen vorerst begraben.

Die Stadt Augsburg muss diese Fläche nun vom Freistaat in ihren Besitz bringen; sei es durch den Tausch von einem gleichgroßen Grundstück oder durch den Erwerb. So würde sich uns doch noch die Option bieten, die Flugplatzheide vollständig zu bewahren, Natur mitten in der Stadt zu schützen und diesen hochwertigen Lebensraum von Pflanzen und Tieren auch in Zukunft zu sichern.

Alternative Grundstücke und Bauoptionen hat Augsburg nicht verfolgt

Eine schriftliche Anfrage der Augsburger Landtagsabgeordneten Christine Kamm vom 13.01.17 bestätigte, dass Augsburg aufgerufen war, wohlmögliche alternative Flächen zu nennen. In der Anfrage hieß es hierzu: ‚In der gesamten Diskussion um die Flugplatzheide hat die Immobilien Freistaat Bayern allerdings kein konkretes Angebot über eine Tauschfläche von der Stadt Augsburg erhalten. Selbstverständlich hätte die Immobilien Freistaat Bayern ein entsprechendes Angebot wohlwollend geprüft.‘

Wieder einmal hat der Augsburger Stadtrat bewiesen, dass Umwelt- und Naturschutz hintenanstehen muss. Augsburg hätte ohne Probleme ein negatives Votum dieser Bebauungspläne abgeben können, Augsburg hätte Alternativen vorschlagen können – ja, Augsburg hätte viel machen können, um unsere Natur ohne Anstrengungen zu schützen.

Stattdessen hat der Stadtrat gejubelt, als ein Bauprojekt vorgelegt wurde, welches Natur zerstört und Menschen, die bei uns Schutz suchen in ein Gewerbegebiet verfrachtet. Übrigens in Wohnungen, die laut Staatsregierung eine Fläche (45m³ für vier Personen) haben, der den Flächenstandard des klassischen sozialen Wohnungsbaus unterschreitet und ja sowieso wieder abgerissen werden sollen!

Wieso sollen Wohnungen, die wieder abgerissen werden, auf eine Fläche gebaut werden, die Aufgrund ihres naturschutzfachlichen Wertes geschützt werden müsste? Es ist doch offensichtlich, dass eine einmal bebaute Fläche nicht einfach so wieder renaturiert werden kann. Ich hoffe sehr, dass der Stadtrat nun endlich einmal mit einer Stimme für den Umwelt- und Naturschutz spricht und die Flugplatzheide bewahrt.

Wohnungsdruck nicht gegen Naturschutz ausspielen

Bereits im Oktober 2016 haben die Grünen Augsburg in einem Antrag auf der Mitgliederversammlung den Schutz der Flugplatzheide gefordert.

In einem Schnellschuss unter dem Deckmantel der Flüchtlingskrise hatte ursprünglich der Augsburger Stadtrat und auch die Stadtratsfraktion von Bündnis90/Die Grünen mehrheitlich der Bebauung zugestimmt. Konsens der Grünen-Mitglieder war aber, dass diese Fläche geschützt werden muss und das Bauvorhaben auch aus integrationspolitischer Sicht von Anfang an abzulehnen war, sie folgten ohne Gegenstimme meiner Auffassung und stimmten dem Antrag zu.

“Dieses Gelände befindet sich in einem Gewerbegebiet, in dem es in unmittelbarer Nähe keine weitere Wohnbebauung, geschweige denn Einrichtungen des täglichen Lebens gibt. Das ist nicht die Art der Integration, wie wir sie uns vorstellen. 77 Wohneinheiten für 310 anerkannte Flüchtlinge auf der „Grünen Wiese“ sind Integrationspolitisch falsch und daher abzulehnen. Kleinere Wohneinheiten sind zu wählen und auf soziale Durchmischung der Gebiete ist zu achten, damit keine neuen sozialen Brennpunkte entstehen und Integration ermöglicht wird.” War damals meine Argumentation gegen dieses Bauvorhaben, von der ich nach wie vor überzeugt bin.

Alternative muss jetzt ernsthaft verfolgt werden

Wenn es der Stadt Augsburg ein ernsthaftes Anliegen ist, die Fläche der Flugplatzheide doch noch zu schützen, muss sie auf der alternativ angebotenen Fläche der ehemaligen Straßenmeisterei in der Berliner Allee schnell Baurecht für Wohnungen schaffen. Der Freistaat prüft nun diese vorgeschlagene Fläche als Alternative, ein vorhandenes Baurecht würde sich sicher zugunsten dieses Standortes auswirken. Denn allen ist klar, gerade Einkommensschwächere und auch Flüchtlinge tun sich auf dem Augsburger Wohnungsmarkt besonders schwer, wir brauchen diese Wohnungen.

Artikel der Augsburger Allgemeine
Rauscher: CSU spielt Wohnungsdruck gegen Naturschutz aus
Rauscher: Flugplatzheide retten, Bebauungspläne stoppen
AntragFlugplatzheide

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