Wer Wasser spart, tut Gutes

Trockene Wasserhähne in Kapstadt, Dürre-Notstand in Kansas und streikende Bauern in Spanien.  Über die letzten 100 Jahre hat der Wasserverbrauch weltweit um das Sechsfache zugenommen und er wird weiter steigen – um geschätzt ein Prozent jedes Jahr. Aktuell häufen sich Probleme mit der Wasserversorgung auf der ganzen Welt.  Am meisten Wasser schluckt die Landwirtschaft, gefolgt von Industrie und Haushalten.

Der Klimawandel verschärft die Wasserknappheit drastisch

Unter dieser Folge des Klimawandels leidet aktuell auch Kapstadt in Südafrika. Hier herrscht die schlimmste Dürre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Es droht der “Day Zero” – der Tag, an dem die Wasserhähne abgestellt werden und die Bewohner der Stadt nur noch feste Wasserrationen per Tankwagen bekommen. Noch allerdings hoffen Behörden und Einwohner, dass der “Day Zero” durch  Wassersparen und rettende Regenfälle ausbleibt.

Wir müssen auf Bäume und Böden setzen, anstatt auf Beton und Stahl

Zum diesjährigen Weltwassertag am 22. März 2018 empfehlen die Vereinten Nationen Naturbasierte Lösungen. Naturbasiert bedeutet: Mehr auf Böden und Bäume zu setzen als auf Beton und Stahl. “Wir brauchen neue Lösungen beim Wassermanagement, um neuen Herausforderungen durch Bevölkerungswachstum und Klimawandel zu begegnen. Wenn wir nichts tun, werden fünf Milliarden Menschen bis 2050 nur schlechten Zugang zu Wasser haben”, sagt Audrey Azoulay, Generaldirektorin der UNESCO.

Naturbasierte Maßnahmen sind der Schlüssel

Staudämme und Speicherbecken sind teuer und bieten keine langfristigen Lösungen. Deswegen sollten naturbasierte Maßnahmen, im Einklang mit den Ökosystemen die Ressource Wasser schützen. Dabei könnten der Vegetation und Maßnahmen gegen die Bodenerosion eine große Bedeutung zukommen. Ein Beispiel ist Indien. Das Land erlebte 1986 seine schlimmste Dürre seit Jahrzehnten. Als Antwort darauf regenerierten NGO`s und Kommunen die Böden und forsteten die Wälder wieder auf. Das Ergebnis: Der Grundwasserspiegel stieg an und die Felder wurden wieder fruchtbar und trugen Früchte.

Wasserknappheit nur ein Problem auf anderen Kontinenten? – von wegen!

Zum diesjährigen Weltwassertag rückt die Regierung von Unterfranken bei einem “Wasserforum” das Trinkwasser in den Vordergrund. Bereits in den vergangenen Jahren war Unterfranken immer häufiger, gerade in trockenen, warmen Sommern auf Wasser von anderen Regionen angewiesen. Wie sicher oder unsicher ist die Trinkwasserversorgung der Unterfranken? Es gibt durchaus Anlass zur Sorge: Die Grundwasserneubildung in Unterfranken lag in den Jahren 2012 bis 2016 um 20 Prozent unter dem langjährigen Mittel der Vorjahre.

Landwirtschaft verbraucht weltweit das meiste Wasser

Die Landwirtschaft ist für 70% der weltweiten Wasserentnahmen verantwortlich. Um die wachsende Weltmarktnachfrage nach Soja für die Fleischindustrie, Zuckerrohr für Biosprit, Baumwolle und Kaffee zu stillen, fließen enorme Wassermengen auf der Südhalbkugel ganzjährig in künstliche Bewässerung. Der intensive Düngemittel- und Pestizideinsatz belastet zudem die Wasserqualität. In vielen Regionen nimmt die Wasserknappheit zu, da die industrielle Landwirtschaft an den Wasserreserven zehrt. Aber auch die voranschreitende Urbanisierung und immer häufigere Dürren infolge des Klimawandels lassen das kostbare Gut knapp werden.

Ein Beispiel für den enormen Wasserverbrauch für die Exportlandwirtschaft ist Brasilien: Brasilien exportiert Unmengen an Rindfleisch, Sojabohnen, Zucker, Kaffee, Baumwolle und andere Agrargüter. Nach Angaben der UNESCO verschlingt die Produktion dieser für den Export bestimmten Erzeugnisse jedes Jahr 112 Billionen Liter Süßwasser – genug, um 45 Millionen olympische Schwimmbecken zu füllen.

Mehr Öko wagen

Antworten können hier nur ein sparsamerer Umgang mit der Fläche sein und die dringend benötigte Veränderung unserer Landwirtschaft, hin zu mehr kleinteiligerer Felderbewirtschaftung, raus aus der Massentierhaltung und der Überproduktion an billigem Fleisch, weniger grundwasserbelastende Pestizide. Mehr naturnahe, ökologisch nachhaltige Bewirtschaftsformen schaffen Mehrwert für den Boden, halten das Trinkwasser sauber und benötigen in ihrer Bewirtschaftung auch weniger Wasser.

Mein Beitrag zum Weltwassertag 2017
Deutsche UNESCO Kommission zum Weltwassertag
Regierung von Unterfranken zum Weltwassertag

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